Sex = Trieb = Spaß?

Sex = Trieb = Spaß?

Thomas Moore, Autor von "The Soul of Sex", sagt: „Eine Komponenten der modernen Welt ist, dass wir denken, es wäre gut, hart zu arbeiten. Wir denken nicht: großartig, wenn man sich an sexuellen Fantasien erfreut. Stattdessen macht es eine Person aus, hart zu arbeiten, statt dazusitzen und zu überlegen, was einem im Bett Spaß machen könnte. Doch wenn wir unsere sexuellen Fantasien akzeptieren und Freude an ihnen finden, könnten wir alle etwas Druck rauslassen von dieser hart arbeitenden Gesellschaft.“

Sooo wahre Worte! Blöd nur, dass selbst das Thema Sex oft mit sehr viel Druck einhergeht. Dabei ist das sexuelle Bedürfnis komplett individuell. Was Martin Luthers damals noch als Faustregel zusammengefasst hat – "In der Woche zwier, schadet weder ihm noch ihr" – muss heute in einer modernen respektvollen Beziehung niemand mehr befolgen, der/die keine Lust drauf hat.

Übrigens: dass Sex ein Trieb sei, ist ein weiter verbreitetes Gerücht ohne Wahrheitswert. An Schlafentzug kann man sterben, auch an Flüssigkeitsmangel – doch daran, nicht flachgelegt zu werden? Wohl kaum. Auch wenn der ein oder andere das manchmal so rüberbringt...

Das sind großartige Neuigkeiten! Wir sind also nicht dran schuld, wenn es nicht läuft, weil ein unbefriedigendes Sexleben kein natürliches Versagen darstellt. Menschen folgen oft inneren Drehbüchern, die sie seitens der Familie, Erziehung, Schullaufbahn Medien kennen. Wie widersprüchlich diese teilweise sind und ob das mit den eigenen Bedürfnissen konform geht, hinterfragt man erstmal nicht. Manche denken eventuell auf harten, schnellen Sex abzufahren, weil sie das so aus Pornos kennen. Eigentlich sehnen sie sich aber nach langsamen, intensiven Streicheleinheiten, leben das bisher nur nicht aus. Oder anders rum der seltene „Blümchensex“ einer streng gläubig erzogenen jungen Frau, die eigentlich gern mit Lack und Leder Männern den Arsch versohlen würde.

Nichts ist schlimmer als unpassender Sex! Wer kennt es nicht – wenn man sich im Alltag so durchwurschtelt, damit manchmal überhaupt irgendwas geht. Gebracht hat es dann meistens nichts. Die gute Nachricht: Sex hat großes Gute-Laune-Potenzial – wenn man den Druck rausnimmt und den Spaß reinbringt.

Dafür gibt es sooooooo viel zu entdecken! Nicht jeder muss dafür in dominante oder unterwürfige Rollen schlüpfen – aber wenn es einem in den Fingern juckt, mal als Ärztin im figurbetonten blendend weißen Kittel die Peitsche zu schwingen – nur zu! Abhalten davon könnt ihr euch nur selbst! Hauptsache ist - es gefällt allen Beteiligten. Und wenn nicht, probiert man halt was anderes aus.

Vergesst nicht: beim Sex kommt es vor allem darauf an, wie es sich anfühlt, nicht wie es aussieht. Doch am meisten habe ich davon, wenn ich mich selbst dabei als begehrenswerte Frau sehe. Die, die Freiheit hat, mit ihrem Mann anzustellen, was sie erleben möchte. Was für eine Freiheit, was für ein Geschenk!

In diesem Sinne – das Geschenk zum Muttertag erwarte ich diesmal nicht von meinem Partner, sondern ich schick ihm im Vorfeld den Link. Und wenn er mir dann noch mit den Kids das Frühstück an das Bett bringt nächsten Sonntag, dann hat er später vielleicht auch noch was davon.

Viel Spaß beim Stöbern und beim Entdecken Deiner Fantasien!

Deine Zoe


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